Wusel und Wuselinchen

Es waren einmal 2 kleine Wuselkinder, die gerne den ganzen Tag wie verrückt herumwuselten. Sie waren aber keine normalen Wuselkinder, sie waren 2 Geschwister und zwar ganz besondere Geschwister. Beide hatten die selbe Augenfarbe, die selbe Haarfarbe, die gleichen spitzen Ohren, ihre Kleidung war dieselbe und sie hatten am gleichen Tag Geburtstag. Denn unsere beiden Wuselkinder waren, wie ihr sicher schon richtig erkannt habt, Zwillinge. Sie ähnelten sich in allem. Nicht nur ihr Aussehen war gleich, sondern auch ihre wilde wuselige Art. Sie hatten auch gemeinsame Interessen. Am liebsten wuselten sie den ganzen Tag in der Gegend herum und ärgerten damit andere Wusel, vorallem die Erwachsenen. Das Einzigste worin sie sich unterschieden war, dass Wusel ein Wuseljunge und Wuselinchen ein Wuselmädchen war. Wuselinchen zog aber nicht gerne Röcke an. Viel lieber trug sie die schönen blau-grün gestreiften Hosen ihres Bruders. Somit war es für die meisten Wusel dann doch schwer die beiden auseinander zu halten.

Wusel und Wuselinchen wuselten wie verrückt in der Küche der Mutter herum, als diese gerade den Teig für einen leckeren Kuchen vorbereitete. Sie wuselten und wuselten und die Mutter wurde schon sehr ärgerlich. Aber das störte die beiden nicht und sie wuselten nach Herzenslust weiter. Und noch ehe die Mutter es sich versah, lag der ganze schöne Teig auf dem Fußboden. Nun war die Mutter richtig böse wegen ihrer Wuselei und schickte sie raus aus der Küche. Wuselinchen und Wusel machte das aber nichts aus, denn sie hatten schon ihr nächstes Wuselopfer gefunden.

Nebenan saß nämlich die Wuseloma und strickte schöne warme Wuselsocken. Die Wuselkinder wuselten hinter der Oma entlang und vor der Oma, sie wuselten neben ihr entlang und krochen zwischen den Wollfäden hindurch. Die Oma wurde ganz ärgerlich. Aber das störte die beiden nicht und sie wuselten nach Herzenslust weiter. Und noch ehe es sich die Oma versah, schmissen sie die ganzen Wollknäuel vom Tisch herunter, sodass sie sich alle aufwickelten und im ganzen Zimmer verteilt bunte Wollfäden herumlagen.  Nun war die Oma richtig böse wegen ihrer Wuselei und schickte die beiden aus dem Zimmer. Aber das machte den beiden Wuselkindern nichts aus, denn sie wussten schon wen sie als Nächstes besuchen.

Im Keller unten war ihr Wuselvater dabei einen Schrank zu bauen. Er hatte eine große Dose mit den unterschiedlichsten Schrauben und Nägeln darin. Wuselinchen und Wusel fanden es toll im Keller und fingen wieder an nach Herzenslust herumzuwuseln. Sie wuselten an der Werkbank entlang, neben der Säge vorbei, zwischen den Armen des Vaters hindurch. Der Vater wurde sehr ärgerlich. Aber das störte die beiden wieder ganz und gar nicht. Sie wuselten weiter durch den Keller. Und kaum hatte der Vater es sich versehen, fielen die ganzen Nägel und Schrauben auf den Boden. Da wurde der Vater böse und schickte die beiden nach draußen in den Garten.

Das machte Wusel und Wuselinchen nichts aus und sie rannten gleich zu Wuselopa, der garade Holz hackte und das Holz auf den hochgebauten Holzstapel legte. Die 2 wuseligen Wuselkinder hatten wieder eine Freude daran, durch den Garten direkt an Opa`s Holzstapel vorbei zu wuseln. Sie wuselten nach Herzenslust und der Opa wurde schon sehr ärgerlich. Sie wuselten den Opa über die Füße, wuselten um ihn herum, wuselten hin- und her. Und schon passierte es: der ganze Holzstapel fiel in sich zusammen.

Da wurde der Opa so wütend, dass er die beiden an der Hand nahm und sie in eine große Scheune voller Heu brachte. „Hier könnt ihr wuseln!“, sagte er und schloss die Tür von außen ab. „Am Abend hol ich euch wieder raus!“, schimpfte er noch und ging zurück in den Garten. Die beiden Wuselkinder waren erst sehr erschrocken und waren für einen kurzen Augenblick ganz still. Doch kaum hat man es sich versehen, fing die Wuselei von vorne an. Sie wuselten und wuselten. Sie wuselten durch das Heu hindurch, drüber hinweg, von einer Seite zur Nächsten, von oben nach

unten ohne dass sie jemanden störten.

Sie wuselten und wuselten und wuselten und wuselten nach Herzenslust, bis in den Abend hinein. Und als der Opa am Abend die Tür aufmachte, war es plötzlich ganz still in der Scheune. Keine Wuselei war zu hören. Alles war ganz still. Und als der Opa hineinsah, sah er 2 kleine Wuselzwillinge zusammengerollt im Heu liegen, die nach Herzenslust tief und fest schliefen und von ihrer Wuselei träumten. 

 

 

ENDE