Knolli der kleine Wichtelknoll

Knolli der kleine Wichtelknoll lebte hoch oben am Gipfel des großen Himalaberges, den man weit über das Land Borgel hinaus sehen konnte. Dort oben war es sehr kalt, der Wind pfiff fürchterlich stark, man sah weit und breit nichts anderes außer Schnee. Die Tage waren kurz auf dem Himalaberg, deshalb war es auch schon dunkel, als der kleine Wichtelknoll Knolli mit seinen 6 Geschwistern Mara, Ludwig, Sena, Maria, Knut und Augustin, in ihrer gemütlichen Knollhöhle den Tisch für das Abendessen deckten. Ihr Vater arbeitete weit außerhalb des Himalaberges. Er hatte einen weiten Weg von der Arbeit bis nach Hause, deshalb freute er sich ganz besonders wenn seine liebsten Kinder ihm das Abendessen vorbereiteten. Jetzt fragt ihr euch sicher wo Knolli`s Mama geblieben ist. Keine Angst, die gibt es auch in unserer Geschichte. Die Mutter Knoll hatte nur zur Abendzeit so fürchterlich viel mit der Wäsche zutun. Denn 7 Knollkinder machen einen ganz schönen Berg Knollwäsche. Sie legte gerade die Knollwäsche feinsäuberlich zusammen, als der Vater Knoll schon zur Tür herein kam. Knolli freute sich sehr und rannte ihm sofort entgegen, um ihn um den Hals zufallen und ihn ganz fest drücken zu können. Seine 6 Geschwister rannten natürlich gleich hinterher und begrüßten ihren Vater genauso herzlich.

„Vater, wie war dein Arbeitstag?“ fragte Knolli ihn ganz aufgeregt. Der Vater strich ihm über sein goldglänzendes glattes Haar und beruhigte ihn dadurch wieder etwas. „Schon gut mein Junge. Mein Tag war heute grandios!“ „Wieso Papa Knoll?“,fragte Knolli  weiter. „Ich habe heute viel erlebt auf der Arbeit. Heribert, mein Kollege der neben der großen Eiche im Tal lebt, hat heute einen großen rot leuchtenden Edelstein gefunden. Er gab ihn mir, damit ich prüfen konnte ob er echt ist. So einen Stein hab ich bis jetzt noch nie gesehen, mein lieber Knolli. Der hat so hell und kräftig geleuchtet, dass  ich fast blind geworden wäre. Aber schön war er trotzdem und ich fühlte mich so gut, als ich ihn hielt. Ich fühlte mich ruhig und glücklich, als könnte ich die ganze Welt umarmen.“ „Das hört sich aber gut an Papa“, sagte Knolli und sah seinen Vater ganz begeistert und mit großen Augen an. Ihr müsst wissen, Knollis Vater arbeitete in einen großen Berg, in dem er jeden Tag tausende von Kieselsteinen, Snirfs (das sind klitzekleine glitzernde runde Steinchen von denen sich die Wichtelknolle hauptsächlich ernähren) und manchmal eben auch Edelsteine von der kalten grauen Wand des Berges abhämmerte.
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.cabcom13.de/anika/wp-content/uploads/Knolli-Bilder1.jpg"><img class="aligncenter wp-image-61" title="Knolli Bilder1" src="http://www.cabcom13.de/anika/wp-content/uploads/Knolli-Bilder1-1024x727.jpg" alt="" width="598" height="424" /></a></p>
Knolli war ganz begeistert und stellte sich den Edelstein ganz genau vor. Er war immer noch in Gedanken versunken, als Vater Knoll ihn aus seinen Traum riss, indem er sagte: „So meine Kinder, jetzt wollen wir aber erst einmal zu Abend essen und kosten was uns Mutter Knoll schönes gekocht hat. Hast du heute wieder die leckeren Snirfs mit Waldsteinsoße gekocht, mein Schatz?“, fragte Vater Knoll seine Frau. „Ja natürlich!“, antwortete sie. „Nach so einem wunderbaren Tag, brauchst du doch zum Abschluss auch noch so ein wunderbares Essen, mein Liebster.“ Beide lächelten sich an und gaben den Kindern zuerst etwas zu Essen auf die Teller. Dann aßen alle gemütlich zusammen und danach brachte Mutter Knoll ihre 7 Lieblinge ins Bett. Die Wichtelknolle schlafen nicht in gewöhnlichen Betten so wie wir sie kennen, nein sie schlafen in einer Art Kokon in die sie hineinschlüpfen, damit sie es schön warm haben. Die Nächte auf dem Himalaberg sind nämlich sehr kalt und Heizungen, so wie wir sie kennen, gibt es bei den Wichtelknollen auch nicht. Alle 7 Kinder schliefen in einem Zimmer, aber jeder in seinen eigenen Kokon. Es war schon spät. Alle Wichtelknollkinder schliefen bereits, bis auf Eines, unseren kleinen Knolli. Er konnte einfach nicht einschlafen, so sehr ging ihm der rote Edelstein durch den Kopf. „Ach hätte ich doch auch so einen schönen roten Edelstein.“, dachte er sich. „Ich könnte ihn auf den Gipfel des Himalaberges legen und alle Wichtelknolle könnten ihn schon von weiter Ferne leuchten sehen. Keiner müsste mehr in dunkelster Eiseskälte den Weg nach Hause suchen. Und die Väter hätten nicht mehr so einen mühseligen Heimweg nach der Arbeit. So träumte er weiter vor sich hin, bis er schließlich erschöpft einschlief. Am nächsten Tag fragte er seinen Vater am Frühstückstisch: „Papa Knoll, wo finde ich so einen Edelstein wie du ihn gestern auf der Arbeit hattest?“ „Mein kleiner Knolli, es ist ganz schwer so einen schönen Stein zu finden, denn sie sind sehr selten. Es gehört sehr viel Glück dazu. Mein Vater, also dein Großvater Knoll, erzählte mir damals als ich ungefähr so alt war wie du jetzt, dass vor vielen Jahren in der Erzhöhle am Klingenhang schon einmal Einer gefunden wurde. Aber die Höhle ist sehr gefährlich und der Weg dorthin ist auch sehr beschwerlich. Mein kleiner Knolli, ich denke du musst noch ein paar Jahre warten bis du ein erwachsener Wichtelknoll bist, dann kannst du den Edelstein vielleicht einmal in dieser Höhle suchen.“, sagte Vater Knoll seinen wissbegierigen Sohn und strich ihm sanft über seinen Kopf. Dann ging er zur Arbeit und Knolli dachte die ganze Zeit: „Nein ich will nicht warten bis ich erwachsen bin. Ich will jetzt diesen schönen roten Edelstein finden.
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.cabcom13.de/anika/wp-content/uploads/Knolli-Bilder2.jpg"><img class="aligncenter wp-image-62" title="Knolli Bilder2" src="http://www.cabcom13.de/anika/wp-content/uploads/Knolli-Bilder2-1024x726.jpg" alt="" width="614" height="436" /></a></p>
Außerdem müsste ich sonst noch 485 Jahre warten.“ Wichtelknolle werden nämlich 1977 Jahre alt und Knolli war gerade einmal 217 Jahre. Erst mit 702 werden Wichtelknolle erwachsen. „Nein das dauert mir zu lange.“, dachte er sich weiter. „Ich will den Edelstein jetzt finden. Nur wie mache ich das?“, überlegte er. „Ach ich hab
s!“, plötzlich hatte er eine Idee. „Ich werde mich gleich morgen früh, wenn alle noch schlafen, auf den Weg zum Klingenhang machen. Ich muss nur ganz leise sein, dass Mama und Papa Knoll nicht wach werden. Papa Knoll hat ja noch seinen alten Knollwagen im Keller stehen. Da kann ich meinen Kokon und ein paar Snirfs reinlegen, damit ich nicht friere und keinen Hunger habe auf der anstrengenden Reise.“, dachte er ganz genau über seinen Plan nach. Und als Familie Knoll später Abendbrot aß, steckte sich Knolli einfach heimlich ein paar Snirfs in die Hosentasche. Keiner merkte etwas. Er ging an diesen Abend ganz besonders Früh ins Bett, denn er wollte sich noch einmal richtig ausruhen bevor er sich auf seinen beschwerlichen Weg machte. Er schlief ganz fest bis er von seinen Knollwecker, der einen an der Nase kitzelt damit man wach wird, geweckt wurde. Knolli kroch ganz vorsichtig aus seinem Knollbett, rollte es zusammen und steckte sich die vielen Snirfs die er versteckt hatte in seinen Knollbeutel. Dann schlich er sich aus dem Zimmer und holte ganz vorsichtig und leise den Knollwagen aus dem Keller. Er legte seinen Kokon und die Snirfs hinein, legte sich noch einen Schal um den Hals, setzte seine warme Knollmütze auf und schlich sich aus dem Haus.